schlafstörungIstock juanmonino425x200
 

Etwa 25 Prozent der ÖsterreicherInnen leiden an Schlafstörungen, wobei überwiegend die über 65-jährigen betroffen sind.
Das übliche Schlafbedürfnis der meisten Österreicher liegt zwischen 7 und 8 Stunden, viele Menschen kommen auch mit weniger Schlaf aus oder brauchen mehr. Fehlt Erholsamkeit, ist die Leistungsfähigkeit beeinträchtigt, treten Befindlichkeitsstörungen oder neue Krankheiten durch fehlenden Schlaf auf, spricht man von einer Schlafstörung. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen liegen organische Ursachen vor, z.B. Atemstörungen wie Schnarchen oder Apnoe, unruhige Beine, Probleme mit der Blase, Schmerzen und Nährstoffmängel. Mehr als die Hälfte geben Ängste, Depressionen, Stress und widrige Lebensumstände als Ursache an. Bei etwa 15 Prozent  rauben Alkohol, Drogen und Medikamente den Schlaf.

Unbehandelte Schlafstörungen können Blutzuckerwerte und Blutdruck und damit das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko erhöhen, sowie die Schilddrüsenhormone durcheinander bringen. Schlafmangel wirkt sich auch auf die Psyche aus. Betroffene werden schreckhaft, reizbar und misstrauisch, die Konzentrationsfähigkeit und damit die Verkehrstauglichkeit nehmen ab, es können sogar Depressionen entstehen.

Um das Problem auf Dauer zu beheben, muss man die Ursache kennen. Daher sollte der erste Weg zu erholsameren Nächten zum Arzt oder Facharzt führen. Schlafmittel, die unbedingt vom Arzt verordnet werden müssen, bieten kurzfristig oft eine große Hilfe, eine Dauerbehandlung ist aber – aufgrund von Gewöhnungseffekten und Nebenwirkungen - nur dann zu empfehlen, wenn alternative Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

Zu allererst sollten die Lebensgewohnheiten durchleuchtet werden. Spätes Zubettgehen, langes Fernsehen, Überarbeiten, das Verzehren schwerer Mahlzeiten am Abend, sowie Nikotinkonsum und das Trinken koffeinhaltiger oder alkoholischer Getränke sollte vermieden werden. Zu empfehlen sind ausgewogene Ernährung, Bewegung, Entspannung und Stressbewältigung.

 

Hilfe aus dem Pflanzenreich bieten die Tees oder Extrakte von Baldrian, Passionsblume, Hopfen und Melisse. Aromatherapeutisch werden z.B. die ätherischen Öle von Lavendel, Orangen oder Römischer Kamille verwendet. Ist Stress die Ursache der Schlafstörung, kann Ginsengextrakt gute Dienste leisten. Der Vorteil der pflanzlichen Wirkstoffe ist, dass man damit tagsüber leistungsfähig bleibt und keinen Hangover hat, wie er bei Verwendung chemischer Schlafmittel oft auftritt. Es kann allerdings 3 bis 4 Wochen dauern, bis die volle Wirkung eintritt. Man sollte also die Anwendung oder Einnahme nicht gleich beenden, wenn sich nicht umgehend der gewünschte Erfolg einstellt!

 

Schlafmangel erhöht den Nährstoffbedarf. Umgekehrt kann ein Mangel an lebensnotwendigen Nährstoffen die Ursache für Schlafstörungen sein, da Nervenzellen ungenügend versorgt und die für den Schlaf-Wach-Rhythmus verantwortlichen Hormone nicht ausreichend gebildet werden können. Ausgangsstoff für den Eigenbau ist der Eiweißbaustein Tryptophan, aus dem mit Hilfe mehrerer B-Vitamine und Magnesium bei Tageslicht das „Glücklichkeitshormon“ Serotonin und nachts das Schlafhormon Melatonin gebildet wird. Besonders ältere Menschen können diese Hormone oft nicht in ausreichender Menge herstellen. Manche Medikamente wie z.B. bestimmte Blutdrucksenker („Beta-Blocker“) oder die Pille behindern die Eigenproduktion zusätzlich. Die längerfristige und regelmäßige Zufuhr von Tryptophan, B-Vitaminen, Magnesium oder auch Melatonin kann bei Schlafstörungen, wie auch bei Depressionen gute Erfolge erzielen.

Ist die Gefühlswelt aus dem Gleichgewicht gekommen, können Bachblüten hilfreich sein. Eine Schlafmischung beinhaltet beispielsweise White Chestnut, damit sich Gedanken nicht mehr im Kreis drehen, Vervain, um innerliche Anspannung loszuwerden, Mimulus, wenn Ängste einen gesunden Schlaf verhindern, Red Chestnut, wenn jemanden die Sorge um andere quält, Agrimony, wenn Probleme vor anderen verborgen werden und Star of Bethlehem, wenn ein Seelentröster gebraucht wird.


Schüßler-Hauptmittel bei Schlafstörungen und nervlicher Anspannung sind die Nr. 2 – Calcium phosphoricum und die Nr. 7 – Magnesium phosphoricum. Die Nrn. 14 (Kalium bromatum) und 21 (Zincum chloratum) werden zusätzlich bei innerer Unruhe verwendet. 21 ist auch das Hauptmittel bei unruhigen Beinen. Ursachenabhängig können natürlich auch andere Salze hilfreich sein, die individuell ausgewählt und längerfristig eingenommen werden müssen.


Traditionelle Chinesische Medizin kann bei Schlafstörungen hervorragende Ergebnisse aufweisen, verlangt aber eine genaue Anamnese und individuelle Behandlung eines spezialisierten Arztes. Frau Dr. Olivia Pojer steht Ihnen im Haus der St. Petrus Apotheke gerne zur Verfügung. Terminvereinbarung unter der Telefonnummer 0676/9458649.

 

Nicht zu Unrecht hat homöopathische Medizin bei Schlafstörungen einen sehr guten Ruf. Wie bei der Traditionellen Chinesischen Medizin kann man hier keine für jeden passende Arznei empfehlen. Hier eine Auswahl der 20 am häufigsten gebrauchten homöopathischen „Schlafmittel“:

Aconitum: Schlaflosigkeit durch plötzliche Erkrankung, Schreck, Schock, Operation, Angst, Panik

Ambra: Schlaflos vor Sorgen, Ärger, Stress des Tages, nimmt sich vieles zu Herzen und hat dabei oft das Gefühl, dass ihm der Atem stockt. Zurückhaltender, schüchterner Charakter, der schnell errötet, extreme nervliche Überempfindlichkeit, Musik erregt Weinen

Arsenicum album: Schlaflosigkeit besonders zwischen Mitternacht und 3.00h, Ruhelosigkeit, Sorgen, qualvolle Angst, ängstliche Träume, beständiger Durst, extreme Erschöpfung, muss Kopf durch Polster erhöht haben

Bryonia: Ruhelos, vorwiegend vor Mitternacht, im Schlummer ständig mit dem beschäftigt, was er erlebt hat, großer Durst, Hitze, Wallungen, Schweiß

Calcium carbonicum: Voller Sorgen, Gedankenandrang verhindert Schlaf, oder lässt ihn immer wieder aus dem Schlaf hochfahren, geräuschempfindlich, Angst mit Herzklopfen, Kopfschweiß und kalte Füße nachts

Chamomilla: hellwach, sobald Schlafenszeit kommt, Schlaflosigkeit aufgrund von Schmerzen oder auch Zorn, Kind möchte getragen werden, oft zur Zahnungszeit, Erwachsene stehen auf und gehen umher, reizbar, launisch

Coffea: Schlaflosigkeit nach Kaffeegenuss, „aufgedreht“ wegen freudiger Überraschung, erregender oder schlechter Nachrichten, kann nicht einschlafen, weil so voller Ideen, Herzklopfen, schneller Puls, vermehrter Harndrang

Cypripedium: bewährt bei anhaltenden Tag-Nacht-Rhythmusstörungen, Aufwachen mit dem Verlangen, sich zu unterhalten, Kind will spielen, kein Verlangen, wieder zu schlafen

Gelsemium: Schlaflosigkeit aufgrund von Lampenfieber und Prüfungsangst

Ignatia: Schlaflosigkeit durch Kummer, Trauer, Sorgen

Nux vomica: Schlaflosigkeit nach Überarbeiten, geistiger Anstrengung, zu viel Kaffee, Alkohol, Essen, Nikotin, abends schläfrig, erwacht um 3 oder 4 Uhr durch sich aufdrängende Gedanken, extrem reizbar morgens

Opium: Schlaflosigkeit mit verstärktem Hörvermögen, z.B. halten ihn entfernt tickende Uhren wach, das Bett ist zu heiß, sucht eine kühle Stelle, unerfreuliche Phantasien

Passiflora: Unruhig und schlaflos durch Erschöpfung, besonders bei geschwächten, kleinen Kindern und alten Menschen

Phosphorus: tagsüber schläfrig, nachts ruhelos, erwacht durch lebhafte Träume, Schlaflosigkeit vor Mitternacht, fürchtet sich vor dem Alleinsein, in der Dunkelheit, davor, dass etwas aus den Ecken kriecht, schreckhaft, zuckt häufig zusammen im Augenblick des Einschlafens

Pulsatilla: Patient ist wechselhaft, weinerlich, nachgiebig, ängstlich, von sanftem Gemüt, weint, weil er nicht einschlafen kann, hellwach am Abend, schläft gut, wenn es Zeit ist, aufzustehen

Rhus toxicodendron: Ruhelos in der Nacht, muss häufig die Lage wechseln, kann nicht im Bett bleiben, träumt von großer Anstrengung, auch Schlaflosigkeit wegen Schmerzen

Sepia: reizbar, leicht gekränkt, traurig, Ruhelosigkeit aller Glieder, friert, aber verlangt nach frischer Luft, hasst Mitgefühl und Störungen, spürt oft ein Herabdrängen der inneren Organe

Silicea: Schlaflosigkeit durch Blutwallung, Nachtschweiß, Schlafwandeln, besonders bei Neu- und Vollmond, häufiges Hochfahren aus dem Schlaf, frösteln, verträgt keinen Alkohol

Sulfur: untertags schläfrig, wacht nach Mitternacht auf, schläft morgens wieder gut und ist kaum zu wecken, Fußsohlen brennen nachts, streckt Füße aus dem Bett, starker Gedankenfluss, Hitzegefühl, Neigung zu schwitzen

Zincum metallicum: Zuckende, unruhige Beine, die keine ruhige Schlafhaltung finden, Albträume, knirscht mit den Zähnen, wacht häufig auf mit plötzlichem Auffahren und Schreien, Zähneknirschen, Schlafwandeln

Bei Schlafstörungen kommen zumeist eher höhere Potenzen zum Einsatz. Da deren Anwendung nicht ganz einfach ist, sollte die Behandlung von einem darauf spezialisierten Arzt begleitet werden. Die Homöopathin Dr. Petra Engelberger-Polz im Haus der St. Petrus Apotheke bittet um Terminvereinbarung unter der Nummer 0664/4244841.

 

Wenn Sie Hilfe bei der Auswahl der am besten für Sie geeignetsten Behandlung brauchen, so finden Sie bei uns Bücher über die jeweiligen Methoden oder die entsprechend geschulten Mitarbeiter, die sich freuen, wenn Sie sich mit Ihren Fragen an sie wenden.

Ihr Team der St. Petrus Apotheke.

 

Fotoquelle: Istockphoto - juanmonino

Kontakt

St.Petrus Apotheke Birkfeld
Berggasse 2
8190 Birkfeld

Tel: 03174 / 4515
Fax: 03174 / 4515 - 15
E-mail: office@apotheke-birkfeld.at

 

Öffnungszeiten

Montag - Freitag
07:30 - 12:30 Uhr
14:00 - 18:00 Uhr
Samstag
07:30 - 12:00 Uhr