Für eine sinnvolle Behandlung muss in erster Linie die Ursache der Beschwerden vom Arzt abgeklärt werden. Mögliche Gründe für einen trägen Darm reichen von diversen Darmerkrankungen, Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion, Nervenschädigung, z.B. durch Alkohol, Nikotin, über psychische Probleme, die Einnahme bestimmter Medikamente, Abführmittelmissbrauch, Nahrungsmittelunverträglichkeit sowie Mikronährstoffmängeln, unzureichender Flüssigkeits- und Ballaststoffzufuhr, Bewegungsmangel und Stress.
Konnte keine Ursache gefunden und beseitigt werden, bieten Schulmedizin und Komplementärmedizinische Methoden zahlreiche Möglichkeiten die Darmtätigkeit zu fördern.
Bewegungstherapie: Jegliche Form der körperlichen Betätigung begünstigt die Darmtätigkeit, besonders Übungen zur Stärkung der Bauchmuskulatur, aber auch jene, die die Eingeweide durch Erschütterung stimulieren, wie Gehen oder Laufen.
Ernährung: Unerlässlich für eine funktionierende Darmtätigkeit sind Ballaststoffe, wie sie in Obst, Gemüse und Vollkorngetreide vorkommen, sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (8-10 Gläser Flüssigkeit pro Tag). Außerdem sollte die Nahrung vitamin- und mineralstoffreich sein, da Nährstoffmängel das Problem deutlich verschlechtern. Vermeiden sollte man Süßigkeiten, Weißmehl- und Fertigprodukte, Nikotin-, Kaffee- und Alkoholkonsum.
Rektale Entleerungshilfen (Einlauf, Abführzäpfchen): Hilfreich bei akuter Verstopfung. Da die Anwendung nur lokal wirkt, belastet sie den Körper nicht, löst das Problem aber nur kurzfristig und müsste bei chronischer Darmträgheit immer wieder angewendet werden.
Abführmittel (Laxantien): Abführmittel sollten nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, da die meisten von ihnen die normale Darmfunktion und die Aufnahme von Nährstoffen beeinträchtigen, was wiederum die Stuhlträgheit verschlimmert. Besonders problematisch sind dabei pflanzliche Abführpräparate und –tees z.B. aus Sennesblättern, Aloe, Rhabarber und Faulbaumrinde. Auch Rizinusöl, Glauber- oder Bittersalz sind nur für die kurzfristige Anwendung geeignet. Chemische Laxantien wirken zumeist wesentlich milder und haben weniger Gewöhnungseffekt und Nebenwirkungen. Unbedenklich können Lein- und Flohsamen in Kombination mit viel Flüssigkeit angewendet werden. Für Schwangere, Babys und Kleinkinder sind Milchzucker oder Lactulose als Abführmittel geeignet. Sie fördern die Darmbesiedelung mit Milchsäurebakterien, führen allerdings häufig zu Blähungen.
Orthomolekulare Medizin: Der Gebrauch von Abführmitteln hat häufig eine Ausschwemmung diverser Mikronährstoffe zur Folge, wodurch die Darmträgheit noch schlimmer wird. Besonders häufig kommt es zu Magnesium- oder Kaliummangel. Die tägliche Zufuhr dieser beiden Nährstoffe über mindestens drei Monate verbessert die Darmtätigkeit zumeist. Nimmt man von Magnesium oder auch Vitamin C größere Mengen, als der Darm aufnehmen kann, wirken diese Nährstoffe mild abführend.
Homöopathie kann helfen, wenn das Beschwerdebild möglichst genau zu den Symptomen des Einzelmittels passt. Um das richtige Homöopathikum herauszufinden, sollte man daher die Beschwerden und Empfindungen möglichst genau beschreiben können und sich notieren, wodurch sich das Problem verbessert oder verschlechtert. In diesem Fall sind auch Dinge wie die Stuhlbeschaffenheit und –farbe, sowie das erste Auftreten der Beschwerden – manchmal auch die gesamte Krankengeschichte - von Bedeutung. Vom Homöopathen ebenso beachtet werden Zusammenhänge der Beschwerden mit psychischen Veränderungen, z.B. Verstopfung nur in Phasen von Traurigkeit. Je genauer man sich selbst beobachten und sich dem Homöopathen mitteilen kann, desto höher sind die Chancen, das Problem oft „nur mit ein paar Kugerl“ in Griff zu bekommen.
Schüßler Salze: Das Hauptmittel bei chronischer Verstopfung ist die Nummer 8 (verbessert Flüssigkeitshaushalt, Feuchtigkeit der Schleimhäute, Stuhlbeschaffenheit). Außerdem hilfreich: Nr. 7 (für Darmmuskulatur, zur Krampflösung), Nr. 9 (bei erhöhter Säurebelastung) und Nr. 10 (zuständig für Entgiftung und Ausscheidung).
TCM (Traditionelle Chinesische Medizin): Mit Hilfe von Zungen- und Pulsdiagnostik kann der TCM-Arzt den Verdauungsblockaden auf die Spur kommen und mit Akupunktur und Kräutertherapie auflösen. Chinesische Arzneien sollten nicht ohne ärztliche Kontrolle angewendet werden.
Bei der Auswahl der für Sie passenden Methode sind wir Ihnen gerne behilflich. Sie finden bei uns auch Bücher über TCM, Homöopathie, Ernährung und Schüßler Salze. Für Fragen stehen wir selbstverständlich zur Verfügung!
Das Team der St. Petrus Apotheke Birkfeld
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